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Best-of-Suite oder Best-of-Breed für Ihre HR-IT-Landschaft?

Warum die Fragestellung oft zu kurz greift

Vor der Frage „Best-of-Suite oder Best-of-Breed?“ stehen heute zahlreiche Kunden. In Gesprächen mit Personalern, die sich mit Softwareauswahl und der Zukunft ihrer Systeme befassen, ist diese strategische Weichenstellung immer wieder Thema.

Kernfrage

Ich frage dann immer: „Mit welchen HR-Prozessen schafft Ihre Organisation einen Unterschied am Markt?“ Für Lieferdienste zum Beispiel sind schnelles Recruiting und Onboarding essenziell, damit die Fahrerflotte immer besetzt und einsatzbereit ist. Wer das beherrscht, hat einen substanziellen Marktvorteil gegenüber anderen Diensten. Im traditionellen Mittelstand sind es vielleicht eher Benefit-Programme, die Mitarbeiter langfristig an die Organisation binden – zum Beispiel eine eigene Kinderbetreuung oder Ähnliches.

Wann eine HR-Suite sinnvoll ist

Gibt es überhaupt nichts, womit eine Organisation mit Exzellenz im HR einen substanziellen Marktvorteil erarbeiten kann, ist wahrscheinlich eine HR-Suite die richtige Wahl. Dann geht es im Wesentlichen um Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung. Die Systeme sind Hygienefaktor, aber kein Wertstifter.

Der Mittelweg

Die spannendste Option liegt aus meiner Sicht dazwischen: eine HR-Suite für den Großteil der operativen Prozesse. Das schafft eine weitgehende Datenharmonisierung und ist oft weniger aufwendig als Best-of-Breed-Lösungen für alles. Nur die Differenziatoren werden dann mit Best-of-Breed-Lösungen umgesetzt, weil sich dort Exzellenz lohnt. In der Regel sind das maximal ein bis zwei Tools neben der HR-Suite.

Darüber hinaus gibt es oft viele kleine Insellösungen, weil Suiten diese Bereiche nicht mit abbilden: Ideenmanagement, Auszubildendenmanagement, Gesundheitsmanagement, betriebliche Wiedereingliederung und so weiter. Diese kleinen Insellösungen werden in den nächsten Jahren vollständig verschwinden, weil Kunden sie mithilfe von KI sehr günstig individuell erstellen und betreiben können.

Fazit

Für die meisten Kunden ist ein Mix aus Best-of-Suite und Best-of-Breed eine gute Wahl. Einen wirklichen Best-of-Breed-Ansatz sehe ich in der Praxis sehr selten, weil die teuren und aufwendigen Integrationen abschrecken. Auch der Mehraufwand mit vielen Vertrags- und Servicepartnern lohnt sich oft nicht, da viele Prozesse keinen entscheidenden Business Impact haben – sie sind Hygienefaktor. Schon heute werden kleinere Lösungen mit überschaubarer Regulatorik durch kostengünstige und individuelle KI-Software ersetzt.

SE

Sebastian Eßling

Verantwortet IT für HR-Transformation bei mindsquare. Schreibt über Digitalisierung, KI und Daten im HR.

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